Das war’s – Sommerlager 2012 in Kandersteg

20. August 2012

 

KISC Lagertor

KISC Lagertor

9 Ereignisreiche und schöne Tage liegen hinter uns, unser Sommerlager im Schweizer Dörfchen und einem der 4 Weltzentren der Pfadfinderbewegung „Kandersteg“ (KISC) ist leider schon wieder vorüber.

Wir haben viel erlebt, viel gelernt und sind sicher mit einem weinenden und einem lachenden Auge am Sonntag Abend wieder sicher zum Pfarrheim zurückgekehrt.

Doch nun zum Lager-Logbuch:

Freitag, 10.08.2012: Begonnen haben wir unser Sommerlager mit einer Übernachtung im Pfarrheim, so dass genug Zeit war den Transporter mit unserem gesamten Material zu beladen, Lager-Shirts zu basteln, Pizza zu essen und auch nochmal bei jedem nachzuschauen, ob auch wirklich das richtige Gepäck eingepackt wurde. Am Samstag ging es dann in aller früh zum Wittener Hauptbahnhof da der Zug in Richtung Kandersteg schon um halb 8 losfuhr. Gegen 17 Uhr am Nachmittag trafen alle auf dem Zeltplatz ein und der Aufbau konnte beginnen. Die 2 Jurten, das Küchenzelt und die beiden Schlafzelte für unsere Teilnehmer standen schneller als erwartet und wir konnten endlich Abendessen, die Reise war doch sehr anstrengend.

Sonntag, 12.08.2012: Am Sonntag Morgen ging es direkt mit dem Programm los: Wir wurden zu echten „Nature Explorers“ nachdem wir am vom Platz angebotenen Naturentdeckungspfad teilnahmen. Unsere Stafflerin, Sarah-Jane aus Australien, zeigte und erklärte uns viel über die Schweizer Tier- und Pflanzenwelt und mit Hilfe eines „Nahrungsnetzes“ erfuhren wir, was alles passieren würde, wenn auch nur ein kleiner Grashüpfer in der Schweizer Flora und Fauna aussterben würde. In 2 Gruppen traten wir gegeneinander in einem Quiz über die Schweizer Umwelt an und mussten um die Wetter Feuer mit nur 4 Streichhölzern machen. Ein wirklich spannender Wettkampf! Die Siegergruppe benötigte zwar 5 Streichhölzer und die andere Gruppe nur 1, dennoch sei ihnen der Sieg gegönnt 😉 Der Naturentdeckungspfad führte uns über den gesamten Zeltplatz und bot uns so die Gelegenheit uns den Platz auch mal genauer anzuschauen und kennen zu lernen. Nach dem Mittagessen machten wir direkt mit dem „International Friendship Trail“ weiter, einen Mini-Hike über das gesamte Lagergelände um viel über verschiedene Internationale Aktionen zu lernen und andere Gruppen aus anderen Ländern zu treffen und kennen zu lernen. Am Nachmittag fand dann noch ein Leiter-Treffen statt um die Leiter der anderen Gruppen kennen zu lernen und die wichtigsten Dinge über das KISC zu erfahren.

Montag, 13.08.2012: Die Morgenrunde am Montag fand auf dem Sportplatz des Zeltplatzes statt. Dort waren alle Gruppen aus den verschiedensten Ländern versammelt und hissten gemeinsam die KISC-Flagge zum internationalen „Flag-Break“. Wir erlebten sogar, wie ein Pfadfinder aus Hong-Kong dort sein Pfadfinderversprechen ablegte, eine wirklich beeindruckende Aktion! Nach dem Frühstück lernten wir den richtigen Umgang mit dem Kompass, die „Compass Challenge“ führte uns über den gesamten Zeltplatz und die angepeilten Punkte waren nicht immer leicht zu finden 😉 Direkt im Anschluss gab es dann die Foto Challenge: Eine Schnitzeljagd mit Fotos über das ganze Lagergelände! Der Montagabend stand ganz unter dem Zeichen „internationales“. In einem großen Gruppenraum trafen sich die verschiedensten Nationen und zeigten, was sie können: Essen & Getränke aus den verschiedensten Ländern konnten probiert werden, die Briten zeigten uns traditionelle Tänze und natürlich konnten auch Kontakte zu den anderen Gruppen geknüpft werden.

 

Dienstag, 14.08.2012: Mit Sicherheit einer der anstrengendsten Tage! Der so genannte „eco-Hike“ führte uns auf eine ganztägige Wanderung durch die Schweizer Bergwelt. Mit der Gondel ging es auf 1900m Höhe zur Sunnbuel Bergstation und von dort aus Bergauf bis auf gute 2300m zum Bergsee Daubensee. Dort wurde zwischen Bergen und freilaufenden Schafen gepicknickt und anschließend der Heimweg angetreten, denn hätten wir die letzte Gondel nicht erwischt, wären es noch einmal 700 Höhenmeter Abstieg gewesen 😉

 

Mittwoch, 15.08.2012: Nach dem anstrengenden Vortag verbrachten wir den Mittwoch im Kandersteger Freibad, das tat wirklich gut und gab uns die nötige Erholungspause für die nächsten Tage. Anschließend nutzten wir die Zeit und verbrachten einige Zeit im Kandersteger Museum. Ein Teil des Museums ist das Heimatmuseum, der andere Teil das Pfadfindermuseum mit vielen coolen Bildern, Texten, Aufnähern und anderen riiichtig interessanten Dingen über die Geschichte des Weltpfadfindertums und das Weltzentrum der Pfadfinderei in Kandersteg. Am Abend machten wir uns nach Einbruch der Dämmerung auf um Fledermäuse zu beobachten: Leider waren die Fledermäuse an diesem Abend wohl ein bisschen scheu, denn wir konnten leider nur wenige entdeckten.

Donnerstag, 16.08.2012: Und schon wieder Action! Der Morgen begann mit BiPis „Scouting for Boys“. Dort lernten wir viel über den Begründer der Weltpfadfinderbewegung und seine Ansichten. Sarah-Jane zeigte uns Fotos aus BiPis Zeit und auch ein Quiz über BiPi durfte natürlich nicht fehlen. Anschließend ging es wieder in die Berge: Mit der Gondel den Berg rauf und etwas später waren wir schon am Öschinensee. Mit den seltenen Wolken während unseres Aufenhalt nur wenige Meter über uns. Ein wunderschöner Bergsee umgeben von Gletschern und einem Waldgasthof erwartete uns. Die Chance wurde natürlich genutzt und alle gingen baden, das Wasser sah kälter aus, als es tatsächlich war 😉 Anschließend gab es ein standesgemäßes Picknick: Hamburger für alle! Der Abstieg wurde wieder zu Fuß angetreten und gleichzeitig lernten wir beim „electrifying Oeschinensee Adventure“ viel über den See und die Umgebung, z.B. das das Dorf Kandersteg zu 85% vom Öschinensee am Leben gehalten wird, durch erzeugte Elektrizität und natürlich Trinkwasser.

Am Abend fand dann die großartige „Kander Challenge“ statt. Ca. 200 Pfadfinderinnen und Pfadfinder trafen sich auf dem Sportplatz und wurden, natürlich gemischt, in Gruppen eingeteilt um dann in kleinen Mini-Wettbewerben gegeneinander anzutreten. Wirklich ein Spaß für alle, auch für diejenigen, die sich das Ganze nur aus der Ferne angeschaut haben.

 

 

Freitag, 17.08.2012: Am Freitag musste sich unsere Gruppe leider zweiteilen. Die Regeln des KISC sind hart aber auch nachvollziehbar und so konnten einige Teilnehmer leider nicht mit auf die Alpenentstehungswanderung, da kein passendes Schuhwerk vorhanden war. So ging der eine Teil der Gruppe mit unserer Führerin Ana aus Portugal in die Berge und lernte auf der 3-Stunden-Wanderung viel darüber, wie die Alpen entstanden sind, wie Gletscher die Umgebung formten und welche zerstörerischen Kräfte Lawinen entwickeln können. Am Scheitelpunkt der Wanderung überraschte uns der spanische Staff Alvaro, der Fotos von der Gruppe machte die im nächsten „Kanderactiv“, dem Programmheft des KISC für das Jahr 2013, bewundert werden können. Nach einem kurzen Spiel traten wir dann wieder den Rückweg durch das Gasterntal an und waren pünktlich zum Mittagessen zurück am Zeltplatz.

Während die einen die Alpen erkundeten, beschäftigte sich der andere Teil der Gruppe mit dem geheimen Leben der Bienen. Es wurde viel über die Lebenswelt der Bienen gelernt und es wurden sogar eigene kleine Bienenhäuser gebastelt! Auch hier war Alvaro tätig und knipste fleißig unsere Teilnehmer für das Programmheft. Seine Bilder, sowohl aus den Alpen wie auch von der Bienen-Action, können natürlich in unserer Galerie bewundert werden.

Den Nachmittag verbrachten wir wieder gemeinsam auf dem Lagergelände. Zu erst wurde das große Chalet unsicher gemacht um auf den „Green Chalet Trail“ zu gehen. Das Haus wurde genauestens inspiziert und gelernt wie „grün“ das KISC tatsächlich ist. Und glaubt uns, es ist grün 😉 Damit keine langeweile aufkam wurde das Ganze mit einem Quiz über das Chalet und das KISC in Verbindung gebracht. Direkt im Anschluss ging es weiter mit dem „Green Campsite Trail“. Dort lernten wir, wie der Zeltplatz aufgebaut ist und wie grün dieser eigentlich ist. Nach so vielen verschiedenen kleinen Wanderungen über den Zeltplatz und das Chalet kennen wir beides nur zu gut, nichtsdestotrotz entdeckten wir jedes mal neue Facetten, die wir vorher noch nicht gesehen hatten. Dichte gefolgt auf den „Green Campsite Trail“ folgte eine kurze Aufgabe auf unsere Pfadis: Nature Art! Die Natur und ihre Schönheit in voller Gänze betrachten und beobachten und anschließend ein Bild ausschließlich aus Naturmaterialien gestalten.

Am Freitagabend stand das allseits beliebte und traditionsreiche Campfire statt. Fast alle Pfadfidnerinnen und Pfadfinder die zu Gast im KISC waren trafen sich um am Feuer Liedern, Sketchen, Pfadfinderversprechen und Geschichten zu lauschen, die die anderen Gruppen vorbereitet hatten. Natürlich haben auch wir uns beteiligt, das Video und die Bilder sind natürlich in der Galerie.

Nach dem Campfire waren wir eingeladen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Ipswich, die 11th Ipswich Scouts England, UK,  zu besuchen. Während die Teilnehmer mit „Capture-The-Flag“ bespaßt wurden klönten die Leiterinnen und Leiter bei kaltem Saft und bestaunten das englische Camp. Nach dem Spiel saßen wir alle gemeinsam am lodernden Lagerfeuer und wurden mit heißer Schokolade und Kuchen verwöhnt. Leider ist immer irgendwann Zeit zum Aufbruch, so dass wir uns verabschiedeten um unsere Abendrunde zu halten.

Samstag, 18.08.2012: Unser Chill-Out-Tag! Heute wurde später als sonst geweckt, es war also ausschlafen angesagt. Nach einem späten Frühstück hatten alle Zeit das zu tun, worauf sie Lust hatten. Um 14:00 Uhr begannen wir dann gemeinsam schon die Zelte abzubauen und unser Material zu verstauen. Als spätes Mittagessen oder frühes Abendessen gab es dann frischen selbstgemachten Döner, sehr lecker 😉 Danach ging es mit dem Abbau weiter, der Transporter wurde gepackt und fast alles Gepäck verstaut. Anschließend folgte die große Reflexion des erlebten und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte ihren Senf zu unserem Lager, dem Lagergelände, den Wanderungen und und und dazugeben. Als Kurzversion können wir hier festhalten, dass es ein unglaublich tolles Lager gewesen ist!

Die Nacht auf Sonntag verbrachten wir dann in einer der vielen offenen Hütten die es auf dem Lagergelände gibt. Am Kamin wurde echtes schweizer Käsefondue bereitet und verspeist. Einige verbrachten die Nacht dann auch in der Hütte mit Blick auf den schönen Sternenhimmel, 2 ganz hartgesottene Pfadimädels haben sich ein Biwak-Lager gebaut und der Rest der Truppe schlief in einem vom KISC das ganze Jahr über aufgestellten Zelt, das extra nur dafür da ist, das Pfadfinderinnen und Pfadfinder die Nacht darin verbringen können um nicht früh morgens ihre Zelte abbauen zu müssen.

Sonntag, 19.08.2012: In aller Frühe, genau gesagt um 5:30 Uhr, klingelte der Wecker. Also schnell Zähne geputzt, die letzten Sachen gepackt, übriges Essen in den Transporter gepackt und schon ging es los in Richtung Heimat. Nach einer schönen aber auch teilweise anstrengenden Rückfahrt kehrten alle gegen 17:30 Uhr zum Pfarrheim zurück. Jetzt hieß es nur noch das Material sicher im Pfarrheim verstauen, wie immer die Restekiste mit angeblich niemand zugehörigen Klamotten zu verteilen und schon ging es ab nach Hause!

Fazit:

Das KISC ist wirklich das was es sein soll: Ein permanentes Mini-Jamboree, jeden Tag des Jahres. Insgesamt (inkl. Staffs) waren während unseren Aufenthalts ca. 35 Nationen vertreten, es wurden viele Kontakte geknüpft, Aufnäher und Halstücher getauscht, viel erlebt, gesehen und getan und wir sind uns sicher, das dies nicht unser letztes Lager in Kandersteg gewesen ist.

Und nicht nur das: durch unsere außerordentliche Aktivität und die vielen Dinge die wir gemeinsam getan und erlebt haben, gelang es uns sogar 4 der 6 heißbegehrten Kandersteg Awards zu ergattern. So sind wir nun im Besitz des „Swiss-Mini-Adventure-Awards„, des „K.I.S. Challenge Awards“, des „High Adventure Awards“ und des „eco Awards“! Wir können alle stolz darauf sein und schon bald werden diese Auszeichnungen unsere Kluften schmücken!

Und vergesst nicht unsere Zeltplatz-Review über das KISC in unserer Zeltplatzdatenbank zu lesen und zu kommentieren 😉

Nachtreffen:

Bald werden wir ein Nachtreffen für alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder und deren Eltern im Pfarrheim veranstalten, bei dem Bilder angeschaut werden können und natürlich auch vom erlebten berichtet werden kann. Dazu werden wir in den nächsten Tagen separat einladen. Im Anschluss werden natürlich auch alle Bilder und Videos hier veröffentlicht!

  1. Björn sagt:

    Ein super Logbuch, vielen Dank 🙂 Das ist viel netter zu lesen als eine trockene Ddreizeiler-Zusammenfassung, war aber sicher auch viel Arbeit. Super!

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