Die Geschichte von zwei Pfadfindern, die loszogen um Weihnachten entkommen

11. Dezember 2016

Rollen und Material vor Beginn des Stückes verteilen, am besten an Eltern. Niemand kenn die Geschichte vorher.

  • 1. Person: Weihnachten
    • E-Kerzen, Lametta, Lebkuchen, Zuckerwerk, Thermoskanne
  • 2. Person: Zwei Pfadfinder
    • Rucksäcke, Tassen
  • 3 Person: Baum
    • Zweige
  • 4 Person:
    • Scheune
  • 5 Person: See
    • einen Schluck Wasser, Glühwein (Weinflasche)
  • 6. Person: Kulisse
    • Schild „schnee“, Schild „Jingle Bells“

Der Vorleser liesse diese Geschichte vor und die „Schauspieler“ spielen mit.

Zwei Pfadfinder lagen in Ihrem Zelt und schliefen. Draußen rieselte leise der Schnee. Am (wie üblich viel zu frühen) morgen wurden unsere beiden Pfadfinder geweckt. Und zwar vom leisen klingen eines „Jingle Bells“ spielenden Glockenspiels in der entfernten Stadt.

MORGEN IST JA SCHON WIEDER DIESES WEIHNACHTEN, stöhnten sie.

Sie hatten sich extra an diesen weit entfernten Ort zurückgezogen, um dem Weihnachtstrubel mit seinen Lichtern, Glöckchen und kitschigen Dekorationen zu entkommen. Und jetzt auch hier! Mit bösem Blick stiegen sie aus Ihren Schlafsäcken und rollten diese ein.

Sie entschieden Sie sich, noch vor dieser hochheiligen Nacht von Ihrem Zelt aus loszuziehen, um mehr Abstand zwischen sich und den Weihnachtswahnsinn zu bringen. Sie packten ihre sieben Sachen in Ihre Rucksäcke und verließen das Zelt.

Auf ihrem Weg trafen Sie nach einer Weile auf einen besonders großen Ohhh-Tannenbaum. Dieser war gigantisch hoch und noch breiter, als die Strasse auf der sie wanderten. Es schien sogar so, als könnten die bis auf den Boden reichenden Zweige des Baumes den beiden Pfadfinder ein sicheres Versteck vor der Welt und ihrem Weihnachtsgejammer bieten. Sie bogen die Zweige zur Seite und liessen sich unter dem Baum nieder.

Doch WEIHNACHTEN war Ihnen bereits dicht auf den Fersen. Als Sie sie sich gerade unter den Zweigen des Baumes ausgestreckt hatten, bog WEIHNACHTEN um die Ecke des Weges. Sobald er den Baum erblickte, rannte er darauf zu und begann ihn wie wild mit Kerzen und Lametta zu schmücken. Bald sah der Tannenbaum aus, wie ein Weihnachtsbaum.

Als die beiden Pfadfinder das bemerkten krochen Sie auf allen vieren unter dem Baum hervor und suchten ihr Heil in der Flucht. In der Ferne konnten Sie noch eine ganze Weile lang sehen, wie sich der Baum mit seinen Kerzen und seinem Schmuck im Wind bewegte.

Als nächstes Stießen die beiden Pfadfinder auf eine Scheune. Diese stand einsam und verlassen am Wegesrand. Sie betraten die Scheune und stellten fest, das es dort drinnen gar nicht so kalt war wie draußen. Daher beschlossen die beiden, sich einfach hier eine Weile aufzuwärmen. Die Scheune hatte sogar einen Dachboden, den die beiden sobald sie ihn entdeckten erkletterten. Dort konnten sie durch ein Giebelfenster schauen. Vom diesem Fenster aus konnten unsere beiden Pfadfinder in der Ferne sogar noch immer den sich im Wind wiegende Baum mit seinen Kerzen sehen.

Doch auch hier spürte WEIHNACHTEN sie nach kurzer Zeit auf. Als WEIHNACHTEN das Haus erreichte, schlich er sich heimlich, still und leise an die Aussenwand heran. Dort angekommen begann er damit, Lebkuchen und Zuckerwerk an das Holz zu nageln. In Windeseile verwandelte sich so die Scheune in ein zuckersüßes Lebkuchenhaus.

Das war den beiden Pfadfindern natürlich auch wieder zu viel. Überall schien WEIHNACHTEN zu sein, überall! Sie kletterten von dem Dachboden herunter und rannten aus der hohen Tüüüür, das Toor war weit, hinaus in den Wald. Sie liefen und liefen, liefen und liefen … und zwischendurch hüpften Sie auch. Einmal.

Von dem ganzen laufen bekamen Sie natürlich Seitenstiche. Als Sie mit Ihren Kräften fast am Ende waren, erreichten Sie einen kristallklaren See. Vom Ufer des Sees aus war immer noch (ganz klein in der Ferne) der leuchtende Baum zu sehen, wie er sich im Wind wiegte; ebenso wie das leuchtend bunte Zuckerwerk der Scheune, die immer noch einsam am Wegesrand stand.

Es war an dem See so einsam, das die beiden Pfadfinder beschlossen, nach der anstrengenden Flucht erst einmal ihren Durst zu stillen. Weihnachten konnte Ihnen gestohlen bleiben!

Sie legten Ihre Rucksäcke in der Nähe des Ufers ab und gingen zum Wasser.

Ein wenig entfernt, stahl sich, unbemerkt, WEIHNACHTEN aus dem Wald. Natürlich hatte er die Pfadfinder bemerkt und verwandelte kurzerhand das Wasser des Sees in … Glühwein.

Die Kinnlade fiel den beiden Pfadfindern daraufhin bis auf den Boden. Damit hatten Sie nicht gerechnet. Sie sahen sich kopfschüttelnd an. Dann schauten sie sich einen Moment tief in die Augen, zuckten mit den Achseln und taten das, was gute Pfadfinder immer tun: Sie nahmen es hin.

Da Pfadfinder niemals Lebenmsmittel verschwenden würden, holten Sie ihre Becher aus dem Gepäck, füllten diese aus dem See und prosteten WEIHNACHTEN auf der anderen Seite des Sees zu. Sie winkten dazu so lange, bis dieser Ihnen freudestrahlend in die Arme lief. Sie begrüßten einander mit dem Pfadfindergruß. WEIHNACHTEN holte eine Thermoskanne hervor, die er sogleich ebenfalls mit Glühwein füllte. Gemeinsam machten Sie sich dann auf den Weg zurück zu dem Oh-Tannenbaum.

Da Pfadfinder außerdem niemals grundlos einen Baum fällen würden, gruben die drei den riesigen Baum mit seinen Kerzen aus dem Boden aus und trugen Ihn zu der Lebkuchenscheune.

Hier angekommen machten Sie es sich in dem Lebkuchenhaus gemütlich, kuschelten sich unter dem Baum aneinander, tranken Glühwein und sangen das erste Weihnachtslied das Ihnen einfiel.

So wurde es trotz allem ein sehr schönes Weihnachten. Und die Moral von der Geschichte? Niemand, aber auch wirklich niemand, entkommt WEIHNACHTEN.

Die Roverrunde DPSG St. Marien Witten 2014 (Carina und Björn)

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